Windpocken auf dem Vormarsch

Impfen kann den Ausbruch der hochansteckenden Krankheit vermeiden

Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten.

Windpocken beginnen mit Fieber und einem juckenden Hautauschlag. Fotos: djd/www.gsk.com/Getty/hartphotography-Fotolia

Windpocken (Varizellen) gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Allein in Deutschland wurden in diesem Jahr bisher über 12.000 Erkrankungen gemeldet. Im Jahr 2015 waren es 23.081 gemeldete Fälle. Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung im Kleinkindalter. Ziel hierbei ist es, die Anzahl der Personen, die mit Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden müssen, zu reduzieren sowie etwa Schwangere und ältere Menschen zu schützen. Vor der allgemeinen Impfempfehlung lag die Zahl der jährlich gemeldeten Fälle bei 750.000. Durch die Impfungen konnte diese Rate um 84 Prozent reduziert werden. Dennoch ist das Ziel einer durchgängig hohen Impfrate nicht erreicht: Etwa ein Viertel der Kinder, die seit 2004 geboren wurden, sind nicht geimpft.

Windpocken sind hochansteckend

Windpocken werden durch Varizella-Zoster-Viren vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen: Beim Atmen, Husten, Niesen gelangen sie von Mensch zu Mensch. Eine weitere Ansteckungsmöglichkeit ist die Schmierinfektion durch den virushaltigen Bläscheninhalt oder die Krusten. Die Viren können tagelang auch außerhalb des Körpers ansteckend bleiben. Die Erkrankung beginnt mit Fieber und einem juckenden Hautauschlag, der aus Papeln, Bläschen und Schorf besteht und verschiedene Entwicklungsstadien annimmt. Wer die Krankheit hat, ist ein bis zwei Tage vor Ausbruch des Hautausschlags und bis zu sieben Tage nach Abklingen der Symptome infektiös.

Schutzmöglichkeiten vor Windpocken

Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten.

In der Regel wird die erste Impfdosis zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat gegeben. Foto: djd/www.gsk.com/Getty

Windpocken treten vermehrt im Kindesalter auf. Aber auch Jugendliche und Erwachsene sind von einer möglichen Ansteckung betroffen. Den einzigen Schutz vor einer Infektion bietet die Impfung, die für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen wird und als Kombinationsimpfung zeitgleich mit Masern, Mumps und Röteln erfolgen kann. Die erste Impfdosis wird in der Regel zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat verabreicht. Die zweite Impfdosis im Alter von 15 bis 23 Monaten nicht zu vergessen, ist besonders wichtig, da sie die Schutzrate gegen Windpocken auf fast 100 Prozent erhöht.

Erhöhte Komplikationsgefahr bei Erwachsenen

Bei 20 Prozent aller Erwachsenen können die Windpocken zu einer schwerwiegenden Komplikation, der Varizellen-Pneumonie, führen. Bei Neugeborenen unter 14 Tagen besteht eine Letalitätsrate von 30 Prozent. Bei Föten, die sich über die Mutter infizieren, kann die Krankheit zu Fehlbildungen führen. Oft zieht auch eine überstandene Windpockeninfektion unerwünschte Folgen nach sich. Das Varizella-Zoster-Virus verbleibt im Körper und kann später – etwa bei einem geschwächten Immunsystem – eine sehr schmerzhafte Gürtelrose verursachen.

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